Fire fighter


Der beste Projektmitarbeiter geht von Bord, obwohl das Schiff schon am brennen ist. Gefahr ist im Verzug! Also schicken wir unseren besten Mann: uns selbst. Jetzt wird entschlossen gelöscht, denn ein Entstehungsfeuer wird schnell zum Flächenbrand und verzehrt Margen und Karrieren. Wir legen einen Schaumteppich und entreissen die Planken dem sicheren Flammentod. Schweißüberströmt und stolz stehen wir neben dem geretteten Schiff.

Was aber machen wir, wenn zeitgleich ein zweites und drittes Feuer ausbrechen? Gefühlt sind wir ja ständig im Alarmmodus: ein wichtiger Kunde ist verstimmt, unsere Lieferung kam nicht an, der Wirtschaftsprüfer hat noch Fragen und die neue Buchhaltungssoftware schickt die Lohnbelege in den Kaukasus. Überall schlagen die Flammen hoch, immer geht es ums Ganze.

Wir könnten ununterbrochen mit Blaulicht herumrasen - wenn man einen Feuerlöscher in der Hand hat, sieht man überall Großbrände. Wer aber nur rennt und löscht, verliert den Überblick und den Blick nach vorn. Also muss man Prioritäten setzen. Wenn wir mit zu wenig Matrosen ein zu großes Schiff steuern, müssen wir ein paar kleine Feuer akzeptieren. Dann geht es darum, den Kahn am schwimmen zu halten und weiter aufs richtige Ziel zu steuern. Oder um sich mit Peter Drucker zu trösten: "Effective executives do first things first and second things not at all.“!