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Meine Macke ist mein Motor


Auf der Strasse des Lebens sind manche schnell unterwegs. Ich meine nicht jene, die einen Rennwagen und die Pole-Position in die Wiege geerbt bekommen haben. Auf der Überholspur sind auch viele, die sich mit Können und Zähigkeit an die Spitze kämpfen. Chirurgen absolvieren mit Vollgas sieben Herztransplantation in einer Schicht, Künstler färben ohne Boxenstop Kirchendecken zu Weltwundern und Topmanager rasen nach 48-Stunden-Verhandlungen zum Sales-Pitch am anderen Ende der Welt.

Der Blick in den Tank offenbart - der eine oder andere High-Performer setzt neben gesundem Ehrgeiz auf zweifelhafte Additive: Neurosen, Narzissmus, Versagensangst. Ok, was uns treibt, ist gelegentlich ein Defekt in der Steuerung. Manchmal führt das auf Siegertreppchen, manchmal in den Rettungshubschrauber. Alles bekannt, die Psychiater nehmen sich der Macken und ihrer oft kindlichen Ursachen gern an.

Aber wie würden unsere Verkehrswege aussehen, wenn alle nur noch mit sauberem Psyche-Kraftstoff fahren? Klar, es wäre etwas sicherer. Dafür gäbe es dann aber auch weniger OPs, mehr weiße Wände und kaum Ehrgeiz beim Auftragseingang. Das ist so packend, wie mit einem Einkaufswagen um den Nürburgring zu kurven. Guck ich mir nicht an! Sollen die Macken also ruhig weiter mitfahren. Aber es wäre schön, wenn nur dort kräftig Gas gegeben wird, wo es sich lohnt: auf der Rennstrecke. Im öffentlichen Strassenverkehr muss man sich dann irgendwie wieder in den Griff bekommen. Oder ein Taxi nehmen.