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My mistake!


Mein letzter Fehler ist 84 Minuten her. Ich hatte die Reste der Vorratskammer ziemlich planlos dem Dampfkochtopf übergeben. Sollte der doch daraus mal eine halbwegs schmeckende Suppe köcheln. Hat er aber nicht. Aus Rosenkohl mit Fenchel und Paprika war wohl einfach nichts zu machen.

Zum Glück habe ich diese Woche die perfekte Entschuldigung für Sterne-Köche wie mich kennengelernt: Effectuation*. Das ist eine Alternative zu der im Business üblichen linearen Planung. Statt aus Soll-Ist-Vergleichen lange Aktionslisten zu formulieren, Zeitpläne zu schmieden und nach Rezepten zu rufen, fängt man einfach mal an. Man nutzt, was der Kühlschrank hergibt und tastet sich in die vermutete Richtung vor. Der Weg entsteht beim gehen, der Eintopf beim schnippeln.

Wenn’s schiefgeht, löffelt man die Suppe halt aus oder kippt sie weg. Das ist Trial and Error mit kalkuliertem Einsatz. Der Fehler hat Methode, einfach weil man Ziel und Weg  in einer komplexen Welt oft gar nicht so genau kennt. Das finde ich gut. Damit kommt man nicht in den Gourmet-Olymp, zumindest aber aus den Pantoffeln!

* weitere Informationen gibt’s auf Wikipedia oder hier: http://www.effectuation.at/ueber-effectuation/prinzipien-und-prozess/